Die Ev. Paul-Gerhardt-Gemeinde ist eine relativ junge Gemeinde. Zuvor Teil der St. Reinoldi-Gemeinde, erlangte sie gemeinsam mit einer Reihe von anderen Dortmunder Vorortgemeinden am 1. April 1948 rechtliche und finanzielle Selbständigkeit. Während heute Gemeinden wegen rückläufiger Mitgliederzahlen und unausgeglichener Haushalte „fusionieren“ und Gebäude und Personalstellen aufgeben müssen, gab es nach dem Krieg bis in die 1960er Jahre hinein ein starkes Gemeindewachstum. Die Teilnahme am gemeindlichen Leben war groß. Ein Problem damals der jungen Gemeinde, die weder über eine eigene Kirche, noch ein Gemeindehaus verfügte. Nach Provisorien in Hinterhöfen in dem damals durch die Kriegseinwirkungen stark zerstörten Viertel, konnte am 12. März 1950 unsere Paul-Gerhardt-Kirche eingeweiht werden. Das Datum war nicht zufällig gewählt. Unser Namenspatron, der große Liederdichter, hätte an diesem Tag seinen 343. Geburtstag gefeiert. Die Kirche ist eine von 45 (bis auf drei gibt es sie noch) deutschlandweit errichteten „Notzeitkirchen“, entworfen von dem bekannten Bauhaus-Architekten Otto Bartning (1883-1959). Durch die Verwendung vorgefertigter Bauteile konnten bis zu fünfzig Prozent der Baukosten eingespart werden. Damals bestimmte noch Armut den Alltag. Ohne die großzügige Unterstützung des Lutherischen Weltbundes, insbesondere durch Spenden aus den USA, wäre der Bau nicht möglich gewesen.

Es ist nicht zuletzt der Entschlossenheit des ersten Gemeindepfarrers Friedrich Jung zu verdanken, dass am 10. März 1957 unser Gemeindehaus eingeweiht werden konnte. Damit hatten endlich alle Gruppen und Einrichtungen, vor allem auch der bereits 1949 gegründete Kindergarten, ihren Platz. Inzwischen war die Gemeinde auf etwa 10.000 Mitglieder gewachsen. Bauliche Ergänzungen waren in den späten 1950er Jahren das Pfarrhaus und zum Abschluss (1959) der Turm. Die Zahl der Pfarrstellen war inzwischen auf drei gestiegen.

Seit den 1970er Jahren geht, wie in fast allen Kirchengemeinden, die Zahl der Gemeindemitglieder zurück. Derzeit sind es noch etwa 3600. Wir müssen heute mit einer Pfarrstelle auskommen. An den Gebäuden macht sich immer wieder Renovierungsbedarf bemerkbar. Kurz nach ihrem fünfzigjährigen Jubiläum (2000) konnten wir unsere Kirche mit Unterstützung des Kirchenkreises renovieren. Das heute eigentlich zu große Gemeindehaus teilen wir inzwischen mit gemeindefremden Gruppen, dazu gehören mehrere Schulklassen des Ev. Bildungswerkes. So ist es uns – auch dank sparsamem Wirtschaften und einiger großzügiger Spenden – bis heute möglich, die Selbständigkeit unserer Gemeinde zu erhalten. Immer mehr müssen wir auf das Ehrenamt setzen, weil Stellen nicht mehr finanzierbar sind. (Vgl. ausführlich zur Geschichte der Gemeinde: 50 Jahre Ev. Paul-Gerhardt-Kirche Dortmund. Die Festschrift, März 2000.)

Frank Thieme

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