Gedenkfeier für die Opfer der Deportation 1942

Am 28. April 1942 wurden fast 800 westfälische Juden ins Ghetto in der polnischen Stadt Zamosc deportiert. Die Menschen verbrachten die Tagen zuvor auf dem Sportgelände am Rheinlanddamm/Ruhrallee, bevor sie am Südbahnhof in Züge verfrachtet wurden. Viele Jahre erinnerte eine Gedenktafel in der Eintrachtstraße an diese Geschehnisse. Mit dem bürgerschaftlichen Engagement unter anderem der evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde konnte am 28. April 2012 das Denkmal des Künstler Jan Bormann eingeweiht werden.

 

Die Deportation vom 28. April 1942 besaß für die nationalsozialistische Vernichtungspolitik eine zentrale Bedeutung. Nach einem ersten Transport von insgesamt knapp 500 Juden aus dem Regierungsbezirk Arnsberg im Januar 1942 war dieser zweite Transport der Erste, der auf der Grundlage der Ergebnisse der Wannsee-Konferenz vom 20. Januar 1942 durchgeführt wurde. Die zentrale, geheime Weisung „Abschub von Juden nach dem Osten“ der Staatspolizeistelle Dortmund der Geheimen Staatspolizei an die Kommunen vom 25. März 1942 zeigt deutlich, wie systematisch die Deportationen vorbereitet und die Kommunen instruiert wurden. Ein großer Teil der deportierten, westfälischen Juden fiel schon Ende Mai 1942 einer Mordaktion zum Opfer. Die anderen Menschen wurden im August 1942, mit der Auflösung des Ghettos in ein Vernichtungslager transportiert.

Ende April eines jeden Jahres erinnert die evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde zusammen mit den anderen Kirchengemeinden im Saarlandstraßenviertel an die Ermordeten.

 

Saarlandstraßenviertel in Harmonie

Seit 2009 feiert der Stadtbezirk Innenstadt-Ost am ersten Samstag im September den Aktionstag „Oststadt in Harmonie“. Zwischen Körne und dem Saarlandstraßenviertel finden zahlreiche kulturelle Aktivitäten statt, die das friedliche Miteinander der Menschen zum Ausdruck bringen. Die Gesamtveranstaltung „Oststadt in Harmonie“ ist eine Veranstaltung des Stadtbezirksmarketings Innenstadt-Ost.

 „Saarlandstraßenviertel in Harmonie“ ist ein Teil dieser Gesamtveranstaltung und wird von Mitgliedern der ansässigen Kirchengemeinden, von Vereinen, der politischen Parteien sowie Geschäfts- und Privatleuten getragen. Das Nachbarschaftsfest ist ein wichtiges Zeichen für Toleranz. Mit dem ersten Samstag im September wird bewusst die Verbindung zum Anti-Kriegstag am 1. September, dem Tag des Beginns des Zweiten Weltkriegs, gezogen.

Die evangelische Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde unterstützt den Aktionstag mit zahlreichen Aktivitiäten und unterstreicht damit das heutige Lebensgefühl, dass hier alle Generationen und Kulturen friedlich in gegenseitiger Toleranz und Wertschätzung leben, arbeiten und auch feiern können.

Kontakt

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